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14. Dezember 2011_10 Jahre UNESCO-Welterbe Zollverein
Welterbetafel
Bildurheber: Matthias Duschner/Stiftung Zollverein Stiftung Zollverein
Halle 6, Schacht XII[A6]
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
www.zollverein.de
14. Dezember 2001:
die UNESCO Kommission
erklärt Zeche und Kokerei
Zollverein zum Welterbe
der Menschheit
Am 14. Dezember 2001 um 12.47 Uhr bekam das Ruhrgebiet eine Welterbestätte. An diesem Tag konnten die Stiftung Zollverein und die Stadt Essen verkünden, dass Zollverein mit den beiden Schachtanlagen XII und 1/2/8 sowie der Kokerei Zollverein von der UNESCO-Kommission in Helsinki einstimmig zum Welterbe ernannt wurde.
Seit zehn Jahren steht Zollverein unter dem Schutz der Internationen Konvention für das Kultur- und Naturerbe der Menschheit. Mit der 1972 verabschiedeten Konvention schuf die UNESCO ein Instrument um Kultur- und Naturstätten, die „außergewöhnlichen universellen Wert“ besitzen, zu erhalten.
Zollverein entspricht den in der Konvention festgelegten Kriterien der „Einzigartigkeit“ und „Authentizität“. Nach ihrer Inbetriebnahme 1932 galt die Schachtanlage Zollverein XII als Wunderwerk der Rationalisierung von Arbeitsvorgängen.
Als einzigartig bewertete die UNESCO-Kommission die Architektur der Anlage, die im Fall von Zollverein XII in einem Stil erbaut wurde, und welche die Rationalisierungsbestrebungen der späten 1920er Jahre widerspiegelt. So hat jeder der einzelnen Gebäude – diese sind dann auch nach einem strengen Ordnungsprinzip im rechtswinkligen Raster angeordnet – eine ganz spezielle Funktion. Denkmale werden zudem nur dann in die Liste des Welterbes auf-genommen, wenn ein überzeugender „Erhaltungsplan“ vorliegt. Auch diese Voraussetzung erfüllt der Industriekomplex Zeche und Kokerei Zollverein.
Bildurheber: Stiftung Zollverein Im Sommer 1997 begann der Prozess der Antragsstellung, der u. a. von der IBA Emscher Park begleitet wurde. Nach der Begutachtung durch den von der UNESCO beauftragten Verbandes „International Council on Monuments and Sites“ (ICOMOS) Anfang 2000 wurde der Antrag noch einmal grundlegend überarbeitet und der Umfang des Geländes auf die heutigen 100 Hektar Fläche begrenzt,die Stadtteilgrenzen von Schonnebeck, Stoppenberg und Katernberg mit den historischen Siedlungen als Pufferzone zum Welterbegelände Zollverein Schacht XII, Schacht 1/2/8 und Kokerei Zollverein definiert.
Die Zeche Zollverein Schacht XII in Essen war die größte und modernste Steinkohleförderan-lage der Welt. Die beiden vom Bauhaus inspirierten Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer, die den in zwei Achsen angeordneten Industriekomplex nach Prinzipien der Symmetrie und Geometrie harmonisch durchgestalteten, konstruierten mit Zollverein Schacht XII eine einmalige Musteranlage.
1986 wurde die Zeche stillgelegt. Statt für einen Abriss entschloss sich das Land Nordrhein-Westfalen, die Zeche der damaligen Ruhrkohle AG abzukaufen, sie unter Denkmalschutz zu stellen und grundlegend zu sanieren. Die 1998 gegründete Stiftung Zollverein widmete sich der Wiedernutzbarmachung und Erhaltung des Industriedenkmals. Der gesamte Industriekomplex ist heute ein beispielhafter Besichtigungsort zur Bergbaugeschichte und zur Entwicklung der Industrie-Architektur in einer der bedeutendsten Industrieregionen Europas. Auf der "schönsten Zeche des Ruhrpotts" kann man die Moderne der 1920er, 1930er Jahre und die Entwicklung der Schwerindustrie nachvollziehen. Besucher des Denkmalpfades ZOLLVEREIN® können den Weg der Kohle im wahrsten Sinne des Wortes beschreiten.
Mit der Ernennung Zollvereins zum Welterbe begann die zweite wichtige Etappe des 1990 gestarteten Um- und Ausbau des Geländes zu einem internationalen Kultur- und Wirt-schaftsstandort, die die moderne Metropole Ruhr in Geschichte und Gegenwart widerspie-gelt und als ihr Symbol spätestens im Kulturhauptstadtjahr 2010 europaweite Bekanntheit erlangte
Bildurheber: Matthias Duschner/Stiftung Zollverein Stimmen aus Politik und Presse
„Die Aufnahme von Zollverein in die Welterbeliste attestiert uns noch einmal, dass sich unser Engagement für den Standort gelohnt hat.Die Wahl ist nicht nur eine Auszeichnung für die Stadt Essen, sondern für das gesamte Ruhrgebiet. Es ist ein Symbol für den Strukturwandel einer ganzen Region“.
Dr. Wolfgang Reiniger, 1999 - 2009 Oberbürgermeister der Stadt Essen.
„Auf Zollverein schaut das Ruhrgebiet in den Spiegel. Dort ist das Bild eines technologischen, wirtschaftsorganisatorischen und baukulturellen ‚Gesamtkunstwerks’ der Moderne zu sehen, zu verstehen, was das Wesen der Moderne ist.“
Prof. Karl Ganser, 1989-1999 Geschäftsführer der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher-Park
„Zollverein – So bedeutend wir die Pyramiden“ (Titel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung) 15. Dezember 2001
Foto oben, Enthüllungszeremonie der Welterbeplakette am 31. August 2002
Von links nach rechts:
Dr. Wolfgang Reiniger, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Essen
Prof. Dr. Julian Nieda-Rümelin, ehemaliger Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien Minja Yang, stellvertretende UNESCO-Generaldirektorin für Kultur Dr. Michael Vesper, ehemaliger Minister für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen Johannes Rau, ehemaliger Bundespräsident
Wolfgang Clement, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
Weitere Informationen
Quellenangabe:
Stiftung Zollverein
Halle 6, Schacht XII[A6]
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
